Ohne Bürger geht es nicht!

Als Klimaschutzmanager im Zollernalbkreises ist Nachhaltigkeit der berufliche Schwerpunkt von Hartwig Alber. Der 47-Jährige erklärt, welche Anstrengungen im Landkreis unternommen werden.

Hartwig Alber, Klimaschutzmanager (2)

Hartwig Alber, Klimaschutzmanager

Herr Alber, wie kommt man zum Job als Klimaschutzmanager?

HARTWIG ALBER: Als Familienvater von drei Kindern sehe ich mich verpflichtet, das Hier und das Jetzt so mitzugestalten, dass meinen Kindern eine lebenswerte und chancenreiche Zukunft ermöglicht wird. Ich gehe jeden Tag gerne zur Arbeit, und ich freue mich im Rahmen meiner Tätigkeit, einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz leisten zu können – getreu dem Motto „Heute für Morgen!“  Das ist mein Antrieb.

Skizzieren Sie bitte Ihre Aufgaben.

Im Team Klimaschutz und Klimaanpassung arbeiten wir eng zusammen und verstehen uns sowohl als Netzwerker und Unterstützer als auch als Umsetzer konkreter Projekte.

Konkret: Welche Errungenschaften gibt es, welche aktuellen Projekte, künftige Ziele?

Zusammen mit den Mittelzentren Albstadt, Balingen und Hechingen, der Energieagentur Zollernalb und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Zollernalbkreis haben wir 2023 das Klimasparbuch veröffentlicht, das von klimafreundlichem Bauen und Sanieren bis hin zu regionalem und nachhaltigem Genuss viele Tipps und Anregungen gibt. Die von uns eingeführte und von jedermann kostenlos nutzbare Mitfahrplattform Pendla erfreut sich aktuell angesichts der hohen Spritpreise steigender Beliebtheit. Außerdem trägt der Landkreis mit PV-Anlagen auf den eigenen Liegenschaften zum Ausbau der erneuerbaren Energien und somit zu einer Entlastung der Bewirtschaftungskosten bei. Aktuell erarbeiten wir unter Beteiligung der Kommunen und der Bürger das Klimaanpassungskonzept; dessen kommunale Relevanz wird durch den aktuellen Kreistagsbeschluss zur PV-Offensive unterstrichen. Es werden Maßnahmen darin enthalten sein, die dabei helfen, den Folgen des fortschreitenden Klimawandels strukturiert zu begegnen. Ziel ist, den Landkreis noch robuster gegen die Folgen den Klimawandels aufzustellen.

Wie kann jeder einzelne das Klima schützen?

Erfolgreicher Klimaschutz bedeutet im Wesentlichen: Massiver Ausbau erneuerbarer Energien vor Ort, eine Reduktion des Primärenergieverbrauchs vor allem im Wärmesektor sowie eine Elektrifizierung von Verkehr, Wärme und Industrieprozessen. Bürgerinnen und Bürger haben in diesem Transformationsprozess eine bedeutende Rolle inne – ohne sie geht es schlicht nicht. Entscheidend ist, dass möglichst viele Menschen im Rahmen ihrer Möglichkeiten diese Transformation unterstützen. Eine Abkehr von fossilen Energieträgern entlastet in erster Linie vor dem Hintergrund wiederkehrender Energiepreiskrisen den eigenen Geldbeutel, trägt maßgeblich zu einer regionalen Wertschöpfung bei und leistet darüber hinaus als „positiven Nebeneffekt“ eine Reduktion klimaschädlicher Treibhausgasemissionen.

(rc)

Das Team Klimaschutz und Klimaanpassung des Landratsamts v.l. Renate Ludewig, Sebastian Mayer und Hartwig Alber

Das Team Klimaschutz und Klimaanpassung des Landratsamts v.l. Renate Ludewig, Sebastian Mayer und Hartwig Alber

Fotos: Zollernalbkreis